Film & Regie

Nichts bewegt mehr als das bewegte Bild. Darauf haben wir uns spezialisiert. Wir konzipieren und produzieren bewegende Geschichten. Klassisch und in der digitalen Welt.

Aristoteles im Schweinsgalopp

Ein Essay in 500 Wörtern

Jede Geschichte folgt klaren Regeln. Die Wichtigste ist diese: Eine Geschichte ist ein Ganzes. Und ein Ganzes ist, was Anfang, Mitte und Ende hat.

Dieser Grundsatz stammt aus der Poetik des Aristoteles. Denn im Grunde genommen hat sich seit 347 v. Christus an der Kunst, Geschichten zu erzählen, nichts geändert. Die Techniken und Strukturen, mit der Quentin Tarantino seine Filme entwirft, weltweit Doku-Soaps als Massenware entstehen und ARTE seine aufwändigen Reportagen produziert, sind im Kern dieselben, die Aristoteles für die Tragödie im vierten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung festgelegt hat.

Wie bei uns, gab es auch bei den alten Griechen die, die die Welt so sahen, wie sie hätte sein sollen und die, die sie sahen, wie sie war. Verkürzt gesagt, gehörte Aristoteles Lehrer Platon zur Fraktion der Idealisten, Aristoteles zu den Praktikern. In seiner Poetik stellt Aristoteles viele von Platons Lehren auf den Kopf.

Das Höchste sind für Platon die göttlichen Ideen. Sie sind unveränderbar und ewig. Der Mensch und alle Dinge, die er schafft oder entwirft, bleiben letztlich Nachahmungen dieser göttlichen Ideen und sind damit weniger wert. Die Dichtkunst ist im platonischen System nur die Nachahmung der Nachahmung, mehr oder weniger nutzlos, ja, sogar gefährlich, da das lyrische Zeugs die Kampfmoral der Soldaten Athens aufweichen könnte. Darum verbannt Platon die Dichter auch aus seinem idealen Staat, der Politeia.

Antiker Denkputsch

Aristoteles verhilft der Dichtkunst als erster zu ihrer Würde und ihrem eigenständigen Wert. Gerade durch ihr poetisches, schaffendes Moment sei die Dichtkunst wertvoll, ja sogar wertvoller als die Geschichtsschreibung, da sie der Wirklichkeit näher komme als es die Geschichtsschreibung könne. Aristoteles putscht gegen die Denkweise Platons. In der Poetik schreibt er: Daher ist Dichtung etwas Philosophischeres und Ernsthafteres als Geschichtsschreibung; denn die Dichtung teilt mehr das Allgemeine, die Geschichtsschreibung hingegen das Besondere mit.

Das sind Sätze mit Sprengkraft, damals wie heute. Überlegen Sie nur einmal, was passierte, würde heute jemand behaupten, Spielfilme seien ernsthafter als Geschichtsbücher, Blogs wertvoller als Wissenschaften.

Aber Aristoteles begründet seine Denk-Revolution. Und das ziemlich furios. Der zentrale Begriff bei ihm ist die Mimesis, ein Begriff, über den sich die Wissenschaft streitet, seit es ihn gibt. Häufig wird die Mimesis mit Nachahmung übersetzt, was meines Erachtens zu kurz greift.

Entdecke die Möglichkeiten

Er selbst definiert es so: Aus dem Gesagten ergibt sich, dass es nicht Aufgabe des Dichters ist, mitzuteilen, was wirklich geschehen ist, sondern vielmehr, was geschehen könnte, d.h. das nach den Regeln der Wahrscheinlichkeit oder Notwendigkeit Mögliche. Es geht Aristoteles eben gerade nicht um die Nachahmung der Natur, um die plumpe Wiederholung eines Sachverhalts, was ohnehin nicht geht, weder ontologisch noch praktisch. Man steigt halt unmöglich zweimal in denselben Fluss und zwei Eier sind niemals eineiig, sondern immer durch Raum und Zeit voneinander getrennt.

Das Ding, um das es Aristoteles geht, das Wesen der Dichtkunst, die Mimesis, ist die DARSTELUNG, die schöpferische Entfaltung und Auseinandersetzung mit dem, was wir Welt nennen und dem, was sie im Innersten zusammenhält.

Mimesis ist Darstellung. Und Darstellen ist Erzählen. Auch im digitalen Zeitalter.

Es geht immer um Geschichten.


Muslime in Deutschlands – Klischees und Realität – der visuelle Einstieg in die Fachtagung der Friedrich-Ebert-Stiftung “Muslimische Jugendkultur in Deutschland”. Auf dem Debattenportal der FES http://sagwas.net gibt es neben dem Film außerdem ein Gespräch mit dem Initiator der Tagung, Dietmar Molthagen, zu lesen.


Gangsterläufer – Ein Film von Christian Stahl. Ein Messer in der Tasche, Adrenalin im Blut und einen Traum im Kopf: Gangster sein, und zwar der größte überhaupt. Yehya war 15 und nah dran an seinem Traum, als der Filmemacher Christian Stahl ihn im Treppenhaus kennen lernte.


Wünsche in Bewegung – Was wünschen sich die Kinder von Spandau für ihre Zukunft? Der SPD-Bürgermeisterkandidat Helmut Kleebank und 10 Kinder aus Spandau geben Auskunft. Mehr zum Film, zum Making of und über Helmut Kleebank gibt es unter: wir-bringen-wünsche-in-bewegung.de


20zwoelf.de – Vor allem für junge Menschen ist Pressefreiheit eine Selbstverständlichkeit. Dabei nimmt die Beeinflussung freier Berichterstattung immer mehr zu. 20zwoelf nimmt ein Grundrecht unter die Lupe.


Neue Nähe – Ein Film der Axel Springer Akademie von Sonja Vukovic und Christian Stahl.
“Kann mein Eindruck von dir derselbe sein? Meine Wirkung auf dich? Glasfasern ersetzen Nervenfasern.”


The Future comes to Srebrencia – ein Film von Christian Stahl, ein Projekt mit Schülern in Srebrenicia.


Hamlet Ophelia – 1 Film in 2 Filmen. Medienseminar Fulda WS 2012/2013. Projekt inspiriert von Heiner Müllers „Hamletmaschine“.